Statement

Trendwende erzielt – aber die Herausforderungen bleiben gross

Das Kantonsspital Winterthur kann auf ein gutes Geschäftsjahr zurückblicken und hat mehr Patientinnen und Patienten aus der Spitalregion mit sehr guten medizinischen Leistungen versorgt. So stieg die Zahl der stationären Patienten nach einer Konsolidierung auf 27 608 an (Vorjahr: 27 088), und dies trotz des anhaltenden Trends «ambulant vor stationär». So viele Patienten wurden am KSW noch nie in einem Kalenderjahr stationär behandelt. Auch im ambulanten Bereich wurden erheblich mehr Fälle gezählt, wegen Tarifanpassungen resultierte aber erwartungsgemäss ein kleiner Rückgang bei den Taxpunkten auf 117 Millionen (Vorjahr: 120 Millionen). Für die gute Leistung im Jahr 2018 danken wir unseren Mitarbeitenden herzlich.

Dr. Franz Studer
Präsident des Spitalrats

Rolf Zehnder
Spitaldirektor

Die Geschäftszahlen haben sich 2018 positiv entwickelt: Der Jahresgewinn stieg auf CHF 16,4 Mio. und liegt damit wieder deutlicher in der positiven Zone als noch im Vorjahr (CHF 9,8 Mio.). Der Betriebsgewinn (EBIT) stieg von 1,9% auf 3,1%. Die EBITDAR-Marge ist mit 10,7% (Vorjahr: 11,5%) minim gesunken.

Was die Zukunft bringen wird, ist ungewiss. Klar ist aber, dass sich der Trend zu mehr ambulanten Behandlungen fortsetzen wird und dadurch die Betriebsabläufe an die veränderten Bedürfnisse anzupassen sind. Die demographische Entwicklung im Einzugsgebiet lässt erwarten, dass auch die Zahl der komplexen stationären Behandlungen weiter zunehmen wird. Der tarifliche Druck wird für alle Spitäler ungebrochen hoch bleiben. Diese Entwicklung stellt das KSW vor Herausforderungen und verlangt nach Anpassungskraft und Flexibilität. Neben der Herausforderung, weiterhin und kontinuierlich sehr gute medizinische Leistungen zu erbringen, stellt sich das KSW der Aufgabe, sich auf die Veränderungen optimal einzustellen und – im Interesse und zum Wohl der Patienten – das interne Zusammenspiel seiner organisatorischen Einheiten weiter zu verbessern.

Das KSW ist dankbar, dass der Kantonsrat im Geschäftsjahr die Liegenschaften per 1. Januar 2019 aus dem zentralisierten Immobilienmanagement des Kantons entlassen und im Baurecht auf das KSW übertragen hat. Zusammen mit der Verabschiedung der Eigentümerstrategie, die den Gestaltungsspielraum vorgibt, ist dies ein grosser Schritt zur unternehmerischen Verselbständigung und schafft bessere Rahmenbedingungen.

Die Fortschritte und die guten Zahlen im Berichtsjahr können aber nicht verbergen, dass die Spitalorganisation immer noch daran krankt, zu stark von hergebrachten Strukturen und Prozessen insbesondere auch der kantonalen Verwaltung geprägt zu sein. Sowohl in den betriebseigenen Abläufen und Strukturen wie auch an den Schnittstellen zur Verwaltungsorganisation des Eigentümers sind weitere Anstrengungen notwendig, um zu einem modernen medizinischen Dienstleister zu werden. Das KSW wird auch weiterhin konsequent darauf bedacht sein, medizinische Höchstleistungen zu erbringen und die Organisation so auszugestalten, dass der wirtschaftliche Erfolg aus eigener Kraft und in Kooperation mit anderen Leistungserbringern zu schaffen ist.

Dr. Franz Studer
Präsident des Spitalrats
Rolf Zehnder
Spitaldirektor